EINKELTERN WIE ZU BESTEN MÖNCHSZEITEN
Von den Mönchen haben wir nicht nur die alten Gemäuer, den Weinkeller und den Kräutergarten übernommen, sondern auch viele Rezepte und Traditionen. Dazu gehört auch die Art und Weise des Kelterns.
Beim Keltern wird einfach nur der Saft aus den Trauben gepresst, was in der heutigen Zeit mit einem Kelter, also einer Weinpresse, geschieht. Wir haben uns auch für die althergebrachte Art und Weise der Traubensaftgewinnung begeistert: Das Keltern mit den Füßen. Denn nichts anderes werden die Mönche in dem riesigen Steintrog neben dem Weinkeller getan haben. Hier werden die Trauben zunächst in einem Wasserbad gewaschen, um eventuelle Insekten und Staub von den Schalen zu entfernen. Danach werden sie kurz getrocknet und in den Riesentrog gefüllt.
Und nun beginnt das eigentliche Vergnügen. Jeder, der seine Füße gründlich geschrubbt hat, darf beim Weinstampfen mitmachen. Besonders die Kinder freuen sich immer darauf. Für sie machen wir den Trog extra nicht ganz so voll, damit sie nicht gleich bis zum Bauch in der Maische verschwinden. Die Trauben werden so lange gestampft, bis die Haut an den Füßen aussieht wie ein Cosiflor Plissee oder kein Saft mehr aus den Trauben herausläuft. Dieser fließt vom Keltertrog durch einen dicken Schlauch direkt in den Gärbottich. Natürlich ist diese Art der Kelterung nicht so effektiv wie mit einer Weinpresse, doch macht es mindestens doppelt so viel Spaß!
Aber wir besitzen als Weinhersteller auch eine moderne Weinpresse, die für den Großteil der Weinreben verwendet wird. Diese funktioniert mit Druckluft und kann vollautomatisch gesteuert werden. Dabei kann man sich nach der anstrengenden Ernte schon mal ein kurzes Mittagsschläfchen hinter dem Rollo gönnen. Weil sich so ein Gerät aber eigentlich nur rentiert, wenn es rund um die Uhr läuft, nutzen wir unsere Keltermaschine auch zur Saftgewinnung. Viele kommen hierher mit ihren Äpfeln, Kirschen und sonstigen Obstsorten und gehen später mit leckeren, frisch gepressten Obstsäften wieder nach Hause.